kaikoura 1.02.-4.03.06

an einem montag packe ich meine sachen und fahre mit karina, die ich bereits aus hastings kannte und nun in blenheim wiedertraf, nach kaikoura, einem heissen tip hinsichtlich arbeit folgend, weiter. kaikoura ist ein kleines oertchen ca. eine autostunde suedlich von blenheim. kaikoura ist fuer die vielfalt der maritimen lebewesen , die sich unweit der kueste aufhalten, bekannt. deshalb wirbt man an jeder strassenecke fuer "die" wal-, delphin- und seehundbegegnung.

karina und ich fragen in jedem cafe, supermarkt und hostel entlang der hauptstrasse nach arbeit. tatsaechlich werden wir schnell fuendig, zumindest ist man sehr interessiert. in einer filiale einer bekannten sandwich-kette werden wir freudig empfangen, man suche gerade verzweifelt zwei "sandwich-artists" da zwei andere kraefte gerade abgereist seien. in einem internetcafe frage ich ebenfalls nach und hinterlasse meine telefonnummer, obwohl ich das kriterium eines mindestaufenthaltes von 3 monaten nicht erfuelle. einen tag spaeter haben karina und ich den job bei "subway" in der tasche und setzen unseren schichtplan auf, ebenso erhalte ich einen rueckruf vom internetcafe. in dem hostel gegenueber von subway koennen wir gegen unterkunft putzen.

nun arbeite ich wie ein fleissiges bienchen, meinen ersten freien tag hatte ich nach zweieinhalb wochen (eine runde mitleid) und arbeite -je nach auslastung und schichteinteilung- zwischen 6 und 14 stunden am tag. morgens schliesse ich den sandwichladen auf und zaubere den ersten besuchern ein leckeres sandwich mit ei, nach einer kurzen mittagspause und uniformwechsel rase ich zum internetcafe. und schliesse nach mehr- oder minder erfolgreicher abrechnung die tuer um 22 uhr zu, danach begebe ich mich zum hostel. denn mittlerweile habe ich mir das beliebte night-cleaning im hostel unter den nagel gerissen (sorry, katja!!!). d.h. nach der arbeit duese ich schnell durch drei kuechen und raeume 'faulen' backpackern hinterher. alles fuer das liebe geld, dass mich noch etwa einen monat ueber wasser halten soll. wo wir schon beim naechsten thema waeren. wie man unschwer erkennnen kann, sollte mein ausreisedatum fuer australien eigentlich am 2. maerz sein. ich werde bis zum 4./5. maerz hier in kaikoura bleiben. ich habe meinen flug nach australien um ca. 1.5 monate (nun 11.april) verschoben, da ich mit den 5 wochen arbeiten in kaikoura "timing-probleme" bekomme. in australien werde ich ungefaehr nur einen monat bleiben, meine gesamte reisezeit verlaengert sich um ungefaehr drei wochen. und da man kaikoura nicht verlassen darf ohne eine der beruehmten und -zugegeben etwas verkommerzialisierten- wal-/delphin- oder seehundtouren gemacht zu haben, habe ich mich mit katja und (hoffentlich) karina fuer das delphinschwimmen am 4. maerz angemeldet. wir haben uns gleich fuer die erste tour am morgen entschieden, 5.30h, da soll die see noch etwas ruhiger sein. wir bekommen neoprenanzuege gestellt, da das wasser hier etwa nur 12 grad hat. ich freue mich riesig darauf und werde selbstverstaendlich berichten.

wir schreiben das jahr 2006

vielen dank fuer die unzaehligen e-mails hinsichtlich des ausbleibens meiner beitraege. mein schlechtes gewissen besorgt mir schon schlaflose naechte :-)

mir geht es gut, ich bin ja nun mittlerweile seit dem 2. Januar auf der suedinsel angekommen. bereits am 3. januar habe ich meinen einwoechigen wwoof-farmaufenthalt in dem beschaulichen hippie-oertchen takaka/golden bay-gegend angetreten. dort bin ich bei ana (neuseelaenderin), manfred (neuseelaendischer oesterreicher) und tochter maniana (mani + ana) untergekommen. beide weisen mich in die geheimnisse der autarken lebensweise eingeweiht. sie backen ihr eigenes brot aus natursauerteig, fertigen eigenen wein und bier, ziegenquark- und kaese und erhalten so gut wie alle lebensmittel aus dem eigenen garten. in den morgenstunden nehme ich an den zhineng qi gong-uebungen teil, die uns zu einem entspannten start in den tag verhelfen. dort lerne ich auch winnie, eine freundin der familie kennen. sie laedt mich ein, ebenfalls bei ihr eine woche in der symphatischen kuenstlerstadt nelson zu wwoofen.

zum ende meines aufenthaltes in nelson treffe ich mich wieder mit dai, den ich bereits am eastcape der nordinsel kennenlernte. wir entscheiden uns, gemeinsam im abel tasman nationalpark einen kombinierten 2-tages-kajaktrip sowie 1-tages-wanderung zu unternehmen. die erzaehlungen aus dieser tour sind einen eigenen eintrag wert, deshalb moechte ich hier nicht in die tiefe gehen, sondern nur soviel verraten, dass ich auf dem rueckweg mit dem wassertaxi ungefaehr neun killerwale (orcas), seehunde und pinguine gesehen habe. dai und ich reisen danach weiter in richtung westen und kommen zum noerdlichsten punkt der nordinsel, dem farewell spit. dort erholen wir uns von den strapazen die uns abel tasman zufuegte und sparen geld indem wir in dem symphatischen hostel "the innlet" gegen unterkunft putzen.

uns beiden stoesst unser kontostand sauer auf und so entschliessen wir uns gemeinsam nach blenheim, das mekka des nz-weinanbau, zu fahren um dort arbeit auf einem der unzaehligen vineyards zu finden. leider werde ich nicht ganz fuendig, ich gebe blenheim eine woche und kann in dieser woche nur an einem einzigen tag arbeiten. das rechnet sich nichtmal mit der unterkunft fuer eine woche auf. ich versuche einen job in einem restaurant/bar zu bekommen. nach einem probeabend kristallisiert sich aber heraus, dass man nicht an arbeitskraeften interessiert ist, die weniger als einen monat bleiben koennen. schade, denn das team war sehr nett.

tongariro nationalpark

28/12/2005
um 7uhr werde ich von einem vorbeifahrenden auto aus dem schlaf gerissen. es ist deutlich zu spaet um jetzt noch mein shuttle zu erreichen. der minimale empfang auf dem campingplatz reicht gerade aus um mich auf den 8uhr-shuttlebus umzubuchen. das ist kein schoener start um einen 7-stunden-track zu laufen. schnell fuelle ich noch 3liter trinwasser in einen trinkbeutel ab, ziehe mich in zwiebeloptik an. der morgen ist recht frisch, verspricht jedoch sehr warm zu werden.

am start des tracks werden wir, mit einer karte ausgestattet, abgesetzt. die karte ist hilfreich, nicht etwa um mir den weg zu weisen denn der ist gut ausgeschildert und ich folge einfach den horden mitwanderer. die karte zeigt mir die steigungen an und sagt mir, wieviel zeit ich von anhaltspunkt 'a' zu anhaltspunkt 'b' einplanen soll, umnicht mein shuttlebus zu verpassen, der am ende des tracks gegen 4-alternativ 5uhr auf mich wartet. zusaetzlich ist zeit fuer essens- und rastzeiten einzuplanen.

die ersten meter sind natuerlich die leichtesten und die motivation hoch, das aendert sich schnell als man bereits am horizont einige wanderer sieht, die sich wie ameisenstrassen einen berg hochbewegen. alle paar meter muss ich am anstieg anhalten um nach luft zu ringen und verfluche mich, dass ich in letzter zeit so wenig sport getrieben habe. umso peinlicher als mich einige kinder im kindergartenalter wie bergziegen links und rechts ueberholen. es ist recht warm und ich beginne meine zwiebelschalen abzupellen. als wir den suedkrater durchqueren ist auch das tussockgras, das vorher die landschaft gepraegt hat, einer steinwueste gewichen.

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auf einer hoehe von 1900m (800 meter hoeher als der startpunkt!) ist der hoechste punkt (nicht der gipfel!, weil die wanderung zwischen zwei bergen hindurchfuehrt) erreicht. an den emerald lakes die, wie der name schon sagt, smaragdfarben schimmern, lasse ich mich nieder und bereite mir mein mittagessen zu. doreen, eine junge israelin, die mir beim aufstieg zur seite gestanden hat, leistet mir gesellschaft.

das wetter schlaegt um und ich ziehe mir pullover und jacke ueber. ich schiesse noch einige fotos bevor sich der nebel endgueltig vor meine linse schiebt. die strecke zum blue lake ist sehr angenehm zu laufen. doreen und ich kommen ins gespraech. ueber familie, freunde und feste geht es zum sinn des lebens. damit verkuerzen wir uns den abstieg deutlich. wir durchqueren einen bachlauf und laufen durch graslandschaft, die trotz der wenig vorhandenen sonnenstrahlen golden schimmert. doreen und ich summen "fields of gold". heilfroh erreichen wir eine huette mit toillette. aufgrund der mangelnden unterschlupfmoeglichkeiten auf der stark frequentierten strecke ist eine unentdeckte entleerung schier unmoeglich.
das letzte stueck zieht sich durch regenwald. der weg ist in grossen treppenstufen angelegt und schon bald beschweren sich meine knie ueber die einseitige belastung. das beduerfnis den ausblick auf die umgebung zu geniessen weicht dem drang moeglichst schnell ans ziel zu kommen. mittlerweile regnet es leicht. als ich endlich gegen 5uhr am ziel ankomme, strecke ich alle viere auf der veranda der zielhuette von mir. gerade rechtzeitig angekommen, denn nun faengt es an in stroemen zu regnen. ich verabschiede mich von doreen, steige in meinen shuttlebus ein und werde zu meinem auto zuruecktransportiert. ich fuehle mich ausgehoelt wie eine nussschale, setzte ich mich hinters steuer und blaettere ziellos in meinen prospekten auf der suche nach einer unterkunft. der ort ohakune, weiter suedlich gelegen, scheint dafuer wie geschaffen zu sein.

aufruf

hallo meine lieben daheimgebliebenen und reisenden!
leider ist mir mein handy fuer kurze zeit abhanden gekommen und alle telefonnummern und kontakte wurden geloescht! bitte sendet mir unter bekannter e-mail-adresse eure handynummer!
vielen dank!

tina

rotorua/taupo/tongariro nationalpark

26.12.05
wolfgang, katja, katja und ich haben uns entschieden gemeinsam nach rotorua weiterzureisen. wir checken in einem verrueckten hostel in der innenstadt ein, das liebevoll im thema wilder westen eingerichtet ist. ein zimmer ist angemalt wie ein gefaengnis, ein anderes gestaltet als pferdestall.
rotorua ist das zentrum geothermaler aktivitaeten neuseelands. aus den gullydeckeln wabern stinkende schwefelwolken, an manchen ecken brodelt und zischt es. wir rechnen mit grossem andrang, jetzt wo sich unter die ansteigenden, regulaeren touristenmassen noch einheimische in den winterferien mischen. wir werden positiv ueberrascht, wie leergefegt die strassen doch sind.

nach einem gemeinsamen spaziergang im stadtpark von rotorua laufe ich alleine am lake rotorua spazieren. eine kirche, direkt am ufer gelegen, weckt besonders mein interesse. die eindrucksvollen maori-schnitzereien und holzstatuen entlocken meiner kamera den letzten rest batterie. die graeber auf dem angegliederten friedhof sind ueberirdisch angelegt, wahrscheinlich um die verschiedenen in dem heissen untergrund zu schmorbraten zu verarbeiten. auf dem weg zurueck zum hostel werfe ich das ein oder andere mal einen blick auf meine sohlen um sicherzustellen, dass das gummi bei der unterirdischen strassenwaerme wegschmilzt.

27.12.05
unsere planung fuer heute soll uns zu dem kerosene lake und zu wai-o-tapu wonderland fuehren, alles auf der strecke nach taupo, die wir gemeinsam weiterfahren moechten. beim spaeten fruehstueck werden wir daran erinnert, dass das i-tuepfelchen wai-o-tapus um 10.15h aktiviert wird: der lady knox geysier. es gibt keine zeit zu verlieren; schnell packen wir zusammen und lassen den kerosene creek im wahrsten sinne auf der strecke (sorry katja :-)
verspaetet duesen wir zum ticketschalter, werden um 23$ erleichtert um dann fuer das spektakel in einen anderen teil des parks geleitet zu werden fuer den man keinen eintritt haette zahlen muessen. vor dem parkplatz bilden sich lange schlangen und wir sind besorgt, ob wir es noch bis zur eruption schaffen. vom parkplatzwaechter werden wir beruhigt, man "warte" auf uns. tatsaechlich geht es erst los, als sich die menschenmenge komplett eingefunden hat und eine waschpulverartige substanz in den mini-krater des geysiers geschuettet wird.

nach dem spektakel fahren wir zum eigentlichen park zurueck. in einem rundgang bestaunen wir die naturschoenheiten. vorbei geht es an den "devil's ink pots", den "champagne pools", vorbei an seen, die sich in den wildesten farben praesentieren. schnell fahren wir noch zu einer besichtigung der angrenzenden "mud pools" um dann gemeinsam weiter nach taupo zu fahren.

bei einer portion fish 'n chips besprechen wir die weiteren plaene. ich fuer meine teil habe taupo bereits einige wochen zuvor erkundet und entschliesse mich von meinen netten reisebegleitungen zu trennen. ich entschliesse mich fuer das beliebte "tongariro crossing", eine ein-tages-wanderung zwischen den weiter suedlich gelegenen mt. tongariro und mt. ngauruhoe (mt. doom).
vorsichtshalber kaufe ich noch ein paar lebensmittel ein, da ich nicht weiss, wie es am ausgangspunkt um nahrungsmittel bestellt ist. gegen 19uhr erreiche ich einen zeltplatz in der hoffnung noch einen kleinen platz fuer mein zelt zu finden. vergebens, dieser hier ist bis zum anschlag gefuellt. an einem infohaeuschen erhalte ich den tipp, es an einem sehr simplen, mit plumpsklo und fliessend kaltem wasser, ausgestatten campingplatz des d.o.c. zu versuchen.
sogleich buche ich am infohaeuschen den shuttlebus fuer 7.15h zum start des tracks und vom ziel wieder zurueck zum parkplatz.

als ich auf dem zeltplatz ankomme daemmert es gerade - zu spaet und muehsam um jetzt noch ein zelt aufzustellen. somit freue ich mich auf eine nacht im auto. bevor das restliche tageslicht versiegt, packe ich schnell meinen rucksack mit dem notwendigsten fuer den kommenden tag.

bay of plenty: tauranga

23.12.2005
in tauranga erwarten mich wolfgang und die zwei katjas, die bereits zwei tage zuvor angereist sind. wir freuen uns ueber das wiedersehen und es gibt einige erlebnisse und eindruecke auszutauschen.

24.12.05
heiligabend beginnt wenig weihnachtlich. wir fahren nach te puke, der kiwifrucht-hauptstadt neuseelands. im hiesigen besucherzentrum der kiwizentrale belassen wir es bei einem gang durch den touristenshop, denn 20$ eintritt sind uns eindeutig zu viel um etwas zu betrachten, dass wir (vor allem die zwei katjas) bereits im ueberfluss gesehen haben.

erst am abend kommen wir mit der planung fuer den abend ueberein. die hostelbetreiber laden alle bewohner zum gemeinsamen essen ein. sie stellen den traditionellen schinken und kartoffeln zur verfuegung. alle, die sich mit an die tafel setzen, koennen mit eigenen essenskreationen aufwarten. es wird eine buntgemischte tafel und ein feucht-froehlicher abend.

eastcape

montag, 19.12.2005
june, karina und ich brechen am mittag auf um allen, die noch in den naechsten tagen auf der plantage weiterarbeiten, lebewohl zu sagen. karina faehrt mit june in richtung taupo, ich lenke mein auto in die entgegengesetzte richtung, zum eastcape.

mein reisefuehrer warnt mich nicht zu wenig zeit fuer die kurvigen strassen einzuplanen. in der tat verschaetze ich mich etwas in der zeiteinteilung. gegen 19uhr fahre ich in den kleinen schotterparkplatz des hostels "brian's place" am tokumaru bay. der besitzer ist zu dieser stunde nicht mehr vor ort, kann aber telefonisch erreicht werden. am telefon frage ich brian, ob es einen supermarkt gibt, der um diese uhrzeit noch geoeffnet hat um mir mein abendessen und fruehstueck zu sichern. er fragt mich, was ich dafuer benoetige. etwa 20 minuten spaeter steht brian vor mir mit einem tablett auf dem sich die zutaten fuer einen hamburger stapeln sowie einem paket toastbrot. ich lasse mir den hamburger auf der veranda schmecken. der ausblick, der sich mir auf die etwa 1km entfernte bucht bietet, ist atemberaubend.

dienstag 20.12.2005
bereits am naechsten morgen reise ich ab um weiter in die wildnis und abgeschiedenheit des eastcape vorzustossen. das eastcape wird vorrangig von maori-staemmen bewohnt und ist eine wenig besiedelte gegend in dramatischer landschaft.

die serpentinen ziehen sich entlang einer rauhen steilkueste, der himmel ist zu groessten teil bewoelkt. wenn sich einzelne sonnenstrahlen durch die wolken kaempfen heizt sich das auto sofort von der kraeftigen sommersonne auf. ich bin mir sicher, dass die lebensmittel in meiner kuehltasche saemtliche aggregatzustaende durchlaufen.
ich bin frueh aufgebrochen, denn ich habe zusaetzliche zeit fuer die fahrt zum oestlichsten leuchtturm geplant. hierfuer verlasse ich den highway 35 fuer eine etwa 20 km lange fahrt ueber groesstenteils schotterstrasse. der ausblick ist atemberaubend, auch wenn das wetter schoener sein koennte. staendig muss ich den wagen anhalten und meine kamera mit bildern fuettern.

die nadel der tankanzeige rueckt erschreckend schnell und unproportional der gaehnenden leere entgegen. ich bin mir unsicher, ob ich mein glueck weiter auf die probe stellen soll, zumal ich nicht weiss wie weit die naechste tankstelle ist. die vernunft siegt und so drehe ich meinen wagen, wenige kilometer vor dem ziel und fahre zur naechst groesseren ortschaft wieder zurueck. ich versorge mich in dem einzigen supermarkt, in dem die wenigen lebensmittel wie exponate ausgestellt werden, mit wasser. die kassiererin empfiehlt mir den tank an der gegenueberliegenden zapfsaeule gegen einen laecherlich hohen literpreis aufzufuellen. ein ort weiter gaebe es eine groessere tankstelle, jedoch soll es vorkommen, dass nicht immer benzin verfuegbar sei. mein (ehr)geiz packt mich und ich bin mir sicher, dass ich es noch zur tankstelle in hick's bay schaffe. mit dem letzten tropfen im tank stelle ich mich vor die tankstelle um herauszufinden, dass der benzinpreis unbedeutend geringer ist als an der zapfsaeule in der vorigen ortschaft.

das maraehako bay retreat soll meine heimat fuer die naechsten zwei tage werden. ich fahre den sehr steilen weg zum haus hinunter und hoffe, dass die ausgemergelten bremsen meinen wagen davon abhalten in den ozean zu stuerzen, auf den ich geradewegs zusteuere. das kleine haus bietet unterkuenfte sowie terassen zum entspannen auf verschiedenen ebenen und ist liebevoll dekoriert. blauschimmernde paua-muscheln und alte fliesenstuecke sind in kunstvolle mosaike auf dem boden eingearbeitet. ein kleiner wasserfall ist direkt neben dem haus. haengematten sind ueber dem bachlauf gespannt und am fussende am kuestenfels befestigt. man hoert die glocken eines windspiels und das tosen des meeres, das nur ein paar meter vor dem haus endet.

hamai, der 26jaehrige besitzer ist maori. ihm und seiner familie gehoert die gesamte bucht sowie wald im hinterland. ich habe mir vorgenommen, diese unverdorbene landschaft auf einem pferd zu erkunden und so vereinbart hamai fuer mich eine reitstunde bei seinem cousin, der ebenfalls auf demselben grundstueck lebt.

da ich meine einkaeufe seit der letzten unterkunft immernoch nicht aufgefrischt habe, frage ich nach dem naechsten supermarkt. dieser liegt in te kaha, einem etwa 17km enftfernten ort in richtung westen. mich beunruhigt, dass es keine preisettiketten in dem privat betriebenen supermarkt gibt. und tatsaechlich kostet mich meine kleine tuete mit lebensmitteln stolze 35$.

mittwoch, 21.12.2005
der weg zu hamai's cousin fuehrt mich an dem schwein "pigpig" vorbei, dass laut hamai's aussage zu weihnachten das zeitliche segnen soll.
um 10.30h sattle ich meinen neuen freund "buck". in einer gangart, irgendwas zwischen schritt und trab reiten wir zuerst ein kleines stueck entlang der landstrasse, oeffnen ein tor um in weiteres land der familie vorzudringen.

farnwaelder, berge, baeche und gruene wiesen, soweit das auge reicht. zwischendurch begegnen uns wildpferde mit ihren fohlen. sie schauen uns neugierig hinterher. der "weg" ist abenteuerlich und geht ueber stock und stein, durch die baeche hindurch. ich fuehle mich unverwundbar und lasse einen freudenjuchzer aus.

nachdem wir wieder durch das tor in die realitaet austreteten, reiten wir noch ein paar minuten an einem steinigen strandstueck entlang. mein reisebegleiter warnt mich (absichtlich ?) nicht vor, als wir durch einen bach reiten, der im meer endet. der bach ist ziemlich tief, buck beginnt das schwimmen und ich werde bis zu den knien nass. buck meistert seine aufgabe prima und bekommt zum abschied eine karotte ueberreicht.

nach einem nachmittaeglichen spaziergang im regenschauer und einer warmen dusche bereite ich mein abendessen zu. von deutsch-wellingtoner studenten werde ich spaeter eingeladen an einem barbeque teilzunehmen. martina macht stockbrot und stellt marshmallows zum grillen zur verfuegung. hamai setzt sich mit der gitarre ans feuer und spielt zusammen mit einem der studenten lieder von eric clapton und red hot chili peppers.

donnerstag, 22.12.2005
nach dem auschecken aus diesem kleinen stueck vom paradies fahre ich weiter in richtung westen. steve's beach hut heisst meine charmante unterkunft in opotiki. auf halbem weg nach opotiki faengt mein handy das brummen und piepen an und hoert erstmal nicht auf. die gesammelten sms-nachrichten und anrufe der letzten tage im niemandsland finden per satellit nun auch den weg zu meinem handy. opotiki ist fuer mich zwischenstation bevor ich am morgigen tag in tauranga auf die zwei katjas und wolfgang treffe und mit ihnen weihnachten feiere.

ich verbringe einen netten abend mit den anderen hostelbewohnern. am morgen will ich am strand spazierengehen. dai, ein britisch-japanischer hostelbewohner, begleitet mich. nach einem ausgiebigen fruehstueck fahre ich weiter nach tauranga.

hastings

samstag, 17.12.2005
mein letztes wochenende auf der plantage verlaeuft turbulent. wir fahren samstagnachmittag nach der arbeit zum strand mit dem selbsterklaerenden namen "ocean beach", etwa 30 min. von hastings entfernt. kurz nachdem wir ankommen wechselt das wetter von sonnig/freundlich in windig und kalt.

am strand treffen wir auf karina und stuart sowie das irische paerchen, mit dem wir in einem team zusammenarbeiten. die beiden sind in ihrem campervan an den strand gefahren. wir alle froesteln, moechten aber noch verweilen und plaene fuer den abend schmieden. die iren, deeirdre und nicky, packen decken aus in die wir uns einkuscheln, deeirdre schenkt warmen kaffee und tee aus, den sie gerade auf dem gasherd im campervan gezaubert hat. wir entscheiden uns am abend auszugehen und die lokalen pubs unsicher zu machen.

da karina, june und ich die plantage an diesem wochenende verlassen, bereiten sarah und june zum abschied ein abendessen zu. june macht leckeres sushi, sarah einen zur perfektion gebackenen "self-rising pudding" (brownie), den wir mit hokey-pokey-eiscreme in windeseile vernichten. karina, stuart, dee, nicky und ich verlassen die internationale gemeinschaft gerade als die stimmung am hoehepunkt ist, denn ein mitbewohner packt seine gitarre aus und alle singen und klatschen mit.

karina, stuart und ich nehmen hinten im campervan platz. nicky und dee fahren uns zu insgesamt drei pubs - bis zur sperrstunde, die schon bei 2.30h liegt. dee und nicky moechten den abend noch nicht ausklingen lassen und fahren so in einem ueberraschungsmoment zum naechstgelegenen berg, dem mitre peak. von hier kann man einen atemberaubenden blick auf die gesamte hawke's bay geniessen, wenn man nicht, so wie wir, im absoluten nebel steht. in den fruehen morgenstunden fahren wir wieder zu unserer mr. apple-plantage, setzen uns in den gemeinschaftsraum und reden, trinken und lachen in den sonntagvormittag hinein.

sonntag, 18.12.2005
als ich am sonntagmittag erwache ist mein kater auf dem hoehepunkt. eigentlich will ich heute in richtung eastcape aufbrechen. meines wissens dauert die fahrt 3-5 stunden und ich habe, im wahrsten sinne des wortes, meine zelte noch nicht abgerissen. daher aendere ich als erstes meine hostelreservierung und entscheide mich noch eine weitere nacht zu bleiben.

downthunder

6 monate abenteuer in neuseeland und australien. am 27.10. geht's los - sei dabei.

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