frohe weihnachten

hallo meine daheimgebliebenen und globetrotter!

vielen dank fuer die netten sms und anrufe auf meinem handy sowie die e-mails in den letzten tagen. viel davon habe ich broeckchenweise erhalten, weil ich mich einige tage am eastcape ("middle of nowhere" auf der nordinsel) aufhielt und dort von der aussenwelt abgeschnitten war. mittlerweile bin ich in tauranga, bay of plenty, in ausreichender zivilisation angekommen. hier bin ich wieder mit katja & katja sowie wolfgang zusammengetroffen. unsere plaene fuer den heutigen heiligen abend sind noch nicht ganz ausgereift, zur auswahl stehen ein picknick auf dem hiesigen, fast zu beliebten berg mit ausblick auf die bay of plenty oder ein ueppiges essen mit ham und kartoffeln im hostel mit anschliessender fahrt zum strand. das wetter koennte schoener sein. es sind windige und zeitweise sonnige 20 grad.

auf diesem wege moechte ich mich auch fuer die lieben eintraege im gaestebuch bedanken. leider bleibt es mir mangels ausreichend technischer kenntnisse verwaehrt direkt auf die eintraege zu antworten. in den naechsten tagen werde ich einige berichte zu meiner route und erlebnissen nachreichen.

ich wuensche euch ein gesegnetes weihnachtsfest im kreise eurer lieben!
alles gute und bon voyage!

apfelkuchen, apfelbrei, apfelwein...oder wie entledigt man sich alter phobien um neue zu gewinnen

nun bin ich schon fast zwei wochen in hastings. die tage sind zu lang als das ich noch alle geschehnisse der letzten tage rekapitulieren koennte, aber ich versuche es bestmoeglich.

mein erster arbeitgeber entpuppte sich als reinfall, da ich akkord-arbeiten sollte, damit aber einen hungerlohn verdient habe. der zweiten job fand sich fuer mich, indem ein "contractor" (vermittelt arbeitskraefte an plantagenbetreiber) in unser hostel kam und mich und weitere hostelbewohner zur arbeit "ueberredete". zuerst wurden wir auf stundenbasis bezahlt, zwei tage spaeter sollten wir auf akkord umgestellt werden.

zwischendurch ist mein versuch aus meinem hostel in hastings (aufgrund mangelnder naechtlicher ruhe) zu entkommen fehlgeschlagen. auf halbem wege begann das auto fuerchterlich zu eiern. wiedermal musste ich den neuseelaendischen adac in anspruch nehmen, der mich an den ort der unruhe wieder zurueckbrachte. ein ring innerhalb des rades sei abgebrochen, die reparatur kostet mich mehr als ich in den ersten arbeitstagen einnehme.

den akkordpreis pro baum erfuhren wir dann erst am dritten tag selbst: 0.90 NZ$. ich und drei weitere arbeiter die derzeit in napier, eine halbe stunde von hastings entfernt in einem hostel wohnen, probieren das ganze fuer etwa eine stunde aus bis wir aufgeben. mit karina (30 jahre aus deutschland), stuart (21 jahre aus australien) und june (28 aus china, hk) verstehe ich mich ganz gut. ich ziehe zu ihnen ins hostel nach napier um. dort sitzen wir vier arbeitslosen und beraten uns. june greift zum telefonbuch und zeigt auf den eintrag von "mr. apple". ich rufe an und wir sollen noch am selben tag vorbeikommen um uns zu orientieren. wie auch bei den beiden vorigen jobs geht es hierbei um das ausduennen der apfelbaeume.

wir fuellen einige formulare aus und haben am selben tag, an dem wir einen anderen job verloren haben, wieder einen neuen. der arbeitstag beginnt bereits um 7uhr und endet zwischen 16 und 17uhr. alles scheint sehr fair zu sein. bei der fahrtzeit von einer halben stunde muessen wir allerdings jeden morgen bereits um 5.45uhr aufstehen. wir entscheiden uns, gemeinsam mit sarah, die ebenfalls auf jobsuche war und im napierer hostel auf uns traf, in die unterkunft auf der plantage umzuziehen. seit samstag wohnen wir nun mitten innerhalb einer riesigen apfelplantage. ich habe mir mittlerweile mein eigenes zelt zugelegt. das ist noch preiswerter als die unterkunft im haus und es sind 'meine eigenen vier waende'. ausser uns gibt es etwa 20-25 weitere bewohner aus u.a. tschechien, irland, indonesien und neuseeland die sich auf das haus, zelte und caravans verteilen. das leben ist locker, jeder ist fuer sich und doch nicht allein. man teilt sich das abendessen, grillt gemeinsam, gibt eine flasche wein aus und faehrt zusammen an den strand.

die arbeitsmotivation ist tagesabhaengig. eine reihe besteht aus ca. 150 apfelbaeumen, groesstenteils "pink ladies". wenn wir eine reihe beenden wird uns der preis pro baum fuer die naechste reihe mitgeteilt, der manchmal viel zu niedrig, manchmal deutlich zu hoch ist (ist abhaengig von der anzahl der aepfel an einem musterbaum der reihe). nachts ahme ich die bewegung des ausduennens nach, wenn ich meine augen schliesse sehe ich nur aeste. anfangs achteten wir noch darauf, alles richtig und huebsch zu erledigen. mittlerweile reissen wir die aepfel aesteweise von den baeumen. wir bewerfen uns gegenseitig mit aepfeln, sie finden sich in den unterkuenften, autos und in den kleidungsstuecken wieder. wir bilden turbane aus langaermeligen t-shirts um uns gegen die sengende sonne zu schuetzen. in die baumreihen dringt kein kuehlendes lueftchen.
manchmal droht uns das wetter einen strich durch die rechnung zu machen. bei starkem regen duerfen/sollen wir gar nicht arbeiten.

die arbeit hat neben der bezahlung auch andere gute sachen fuer sich, meine hoehenangst ist fast bewaeltigt: auf der leiter bewege ich mich wie eine ballerina. und spinnen sind meine neuen freunde :-) aepfel stehen allerdings vorerst nicht mehr auf meinem speiseplan...

waitomo, taupo

montag, 21.11.2005
die nacht ist etwas unruhig, groessere regenschauer, mangelnde bequemlichkeit und eine nervige muecke reissen mich einige male aus dem schlaf. um 6 uhr klingelt mein wecker. ich putze mir meine zaehne im bad der campinganlage und mache mich unbemerkt vondannen.

waitomo ist ein kleiner ort im westen der nordinsel. waitomo allein ist wohl kaum einen besuch wert, gaebe es nicht die waitomo caves. diese hoehlen sind noch heute im besitz der nachfahren der einstigen besitzer. im laufe der zeit hat sich regenwasser durch die kalksteinhoehlen gebohrt. eigenartige und einzigartige farbige formationen waren die folge. wir sind die erste gruppe an diesem tag, die durch die gaenge gefuehrt wird. das hat den vorteil, die schoenheit dieser hoehle vor dem eintreffen der besuchermassen ungestoert geniessen zu koennen.

unser weg wird gesaeumt von stalagmiten und stalagtiten, die uns einmal als von der decke haengender kiwi, mal als einbeiniger elefant verkauft werden. wir steigen in ein boot ein. unsere fuehrerin steht wie ein venezianischer gondoliere am bug und navigiert uns an einem seil durch die dunkelheit. ueber uns breitet sich ein gruen-blau schimmernder sternenhimmel aus. durch das leuchten locken die gluehwuermchen ihre beute an, fangen sie an klebrigen schnueren die sie zuvor gesponnen haben und verzehren sie. wenn die gluehwuermchen angeleuchtet werden, stellen sie ihr eigenes leuchten ein.
da es einige stunden dauert, bis sie ihren "leuchtmotor" wieder angeworfen haben und somit in die chancen auf beute deutlich sinken, ist das filmen und fotographieren strengstens untersagt. das schauspiel ist beeindruckend, jedoch die bootsfahrt, vor allem fuer den eintritt von $30, enttaeuschend kurz.

ich laufe zum auto zurueck. als ich den schluessel im zuendschloss umdrehe passiert nichts. ich checke alles und versuche mein glueck erneut. nichts tut sich. mein blick schweift auf den hebel fuer das licht am lenkrad und in der tat: ich habe mein licht brennen lassen.
um mich herum sind lauter mietwagen. ich bezweifle, dass diese serienmaessig mit ueberbrueckungskabeln ausgestattet sind. von der auskunft besorge ich mir die telefonnummer vom aa, dem neuseelaendischen adac. meine mitgliedschaft im deutschen adac wird kostenlos fuer die dauer von sechs monate auf den aa uebertragen. ich stelle mein glueck nicht weiter auf die probe und widme den naechsten anruf einer versicherung. eine gute stunde spaeter haelt ein werkstattwagen vor meinem auto.

ich fahre weiter oestlich in richtung taupo. taupo liegt am gleichnamigen see, dessen groesse mit der flaeche singapurs mithalten kann. interessant sind hier der malerische ausblick auf mt. tongariro, mt. ngauruhoe (besser bekannt als mt. doom) und mt. ruapehu sowie das reichhaltige angebot an freizeitaktivitaeten und risikosportarten. taupo ist ebenfalls voller "hot spots": geothermaler aktivitaeten, die allerdings nicht ganz so zahlreich und eindrucksvoll wie in dem dafuer bekannten rotorua sind. ich habe nicht viel zeit uebrig fuer taupo, deshalb buche eine tour fuer den naechsten tag, die mir die sehenswuerdigkeiten taupos in kuerze naeherbringen soll.

dienstag, 22.11.2005
um 9.20h werde ich abgeholt. ron, unser neuseelaendischer reiseleiter, faehrt unsere 3-mann-starke truppe in dem verhaeltnismaessig grossen bus bequem zu allen sehenswuerdigkeiten, wie die huka falls, craters of the moon, und dem aratiatia damm, der fuer die touristen dreimal taeglich geoeffnet wird. mir ist das ganze zu organisiert und starr, mich aergert, dass ich fuer etwas das ich leicht selbst haette erlaufen koennen 45$ bezahlt habe. von rons erklaerungen bekomme ich nur wenig mit, denn er vernuschelt, ganz nach neuseelaendischer manier, saemtliche vokale. nach ca. drei stunden werde ich vor der haustuer meines hostels abgesetzt. ich setze mich in mein auto, meine sachen hatte ich bereits am morgen gepackt und fahre los. ich habe ein schlechtes gewissen, da ich mangels internet nur schwer ueber meine ausgaben ueberblick habe, mir schwant nichts gutes. eigentlich will ich nach rotorua weiterfahren, entschliesse mich aber kurzfristig in die entgegengesetzte richtung nach hastings (region hawke's bay) zu fahren. hawkes bay ist ein fruchtbares stueck land im suedosten der nordinsel und meines wissens nach der groesste arbeitgeber in sachen fruitgrowing in neuseeland. somit entscheide ich mich erstmal meine reisekasse aufzubessern. bereits von coromandel habe ich mir telefonnummern von plantagenbetreibern geben lassen. sie geben mir zwei optionen: erdbeerpfluecken und apple thinning. thinning ("ausduennen") soll der mercedes der fruitpicking-jobs sein. die hochgezuechteten apfelbaeume bringen mehr aepfel als noetig pro ast hervor. das hat zur folge, dass aeste durch das gewicht der heranwachsenden aepfel abbrechen, aepfel aufgrund mangelnden sonnenlichts nicht richtig wachsen koennen oder verbreitung von unerwuenschter krankheiten. um der sache kostenguenstig auf die spruenge zu helfen wird meist zuvor "thinning spray" eingesetzt, um nachzuegler in der bluetezeit absterben zu lassen. die nur murmelgrossen aepfel fallen dann selbst zu boden. den rest muss der thinner, also wir, erledigen. ich soll am naechsten morgen um 7.30h auf der plantage sein.

coromandel

19.11.2005
die coromandel halbinsel beherbergt den gleichnamigen ort, den ich zu erkunden suche. die strasse fuehrt ein ganzes stueck an der kueste entlang. immer wieder ziehen autos urploetzlich in die haltebuchten am strassenrand um mit fotoapparaten bewappnete touristen auszuspucken. das wetter ist fabelhaft und die gegend in der tat: picture perfect! auch ich stelle meinen wagen an einem kuestenstueck kurz nach dem oertchen thames ab. ich ziehe meine schuhe aus und laufe uber groessere steine und sandstrand zum meer. ich bin ueberwaeltigt von dem panorama aber vor allem von dem grossen kuchen namens freiheit der sich mir bietet, und ich nehme mir gerade das schoenste stueck davon.

coromandel hat einen gewissen goldgraebercharme. die geschaefte entlang der hauptstrasse sehen aus wie die kulisse eines hollywood-westerns. ich suche mir ein hostel aus meinem reisefuehrer aus. ich biege in den schotter-parkplatz der "tui-lodge" ein und bin ich mir bereits sicher, dass es mir hier gefallen wird. ich bin sehr froh, dass die besitzerin meine frage nach einem freien bett bejaht.
die einzelnen zimmer, die wie kabinen nach aussen begehbar sind, werden eingerahmt von einem sehr gepflegtem garten mit trampolin, gartenmoebeln aus holz und einer haengematte, die zwischen zwei baeumen aufgespannt ist. zu meinem wohlbefinden traegt sehr bei, dass waeschewaschen, tee und fahrradleihe kostenlos sind. in meinem zimmer sind zwei andere betten besetzt. mit sue und cathy komme ich sehr schnell ins gespraech. sue ist gerade am ende ihrer reise angekommen, sie ist entgegen dem strom von sueden nach norden gereist und reist bereits morgen ab. cathy ist gebuertige englaendern, jedoch inmitten des britisch-australischen (im)migrationsprozesses, und gerade in coromandel um ein 25km-rennen am folgetag zu bestreiten. sie muss frueh ins bett um am naechsten tag fit zu sein. ich fahre mit sue in die stadt, wir holen uns eine flasche weisswein die wir zum abendessen im garten geniessen.

20.11.2005
ich entscheide mich spontan eine weitere nacht zu bleiben. am morgen schnappe ich mir ein rad und fahre in richtung strand. auf halbem wege zieht ein hinweisschild fuer einen track seine aufmerksamkeit auf sich. ich kette das rad an und mache mich auf den mit einer stunde angesetzten pfad auf den weg. der weg fuehrt auf einen berg auf dem ich einen wunderschoenen ausblick auf coromandel und die einzelnen buchten habe.

nach einem schnellen mittagessen setze ich mich in den garten und geniesse die sonne. lisa, eine weitere mitbewohnerin, kommt spaeter auch mit dem rad vorbei. sie campt im garten ist ende vierzig und wir kommen ins gespraech. die reise durch neuseeland ist ihre erste reise seit einigen jahren. nach einigen momenten des zoegerns erzaehlt sie mir ihre geschichte.

waehrend einer thailand-reise vor einigen jahren brach sie mit einer deutschen mitreisenden, die sie wenige stunden vorher kennenlernte, zu einer morgendlichen wanderung im dschungel auf. unterwegs trafen sie auf einen thailaender, der ihnen eine frucht anbietet. sie schmeckt sehr bitter, sie moechten allerdings nicht unhoeflich erscheinen und werfen sie erst nachdem sie sich dankend verabschieden ungegessen weg. wenige meter spaeter taucht derselbe mann urploetzlich aus dem gebuesch wieder auf, faellt sie an und zwingt sie mit waffen seinen befehlen zu gehorchen. er fuegt ihnen schwere wunden zu, sowohl physisch als auch psychisch. schreien hilft nichts, denn sie sind mitten im urwald. bevor lisa komplett aufgrund ihrer verletzungen das bewusstsein verliert rafft sie sich auf und laeuft zum naechsten dorf um hilfe zu holen. sie und ihre bekannte lagen daraufhin mehrere wochen im krankenhaus.
fuer lisa war es so schlimm, gerade in der umgebung die ihr sonst soviel sicherheit und zuflucht verhiess, der freien natur, auf derart brutale weise ueberfallen und dieser sicherheit beraubt zu werden. diese ist ihre erste reise seit dieser tragoedie ins ausland. sie hat sich entschieden wieder auf das pferd aufzusteigen, dass sie abgeworfen hat. der taeter wurde uebrigens gefasst und sitzt seine strafe in einem thailaendischen gefaengnis ab. ich bewundere lisa fuer ihre tapferkeit mit dieser vergangenheit umzugehen und habe hochachtung fuer ihren neugewonnen lebensmut.

ich bekomme langsam eine ahnung davon, dass nicht die orte und sehenswuerdigkeiten die reise wert sind, sondern und vor allem die menschen und deren geschichten denen man unterwegs begegnet.

sonntag, 20.11.2005
nur ungern verlasse ich das hostel, in dem ich mich bisher am wohlsten gefuehlt habe. ich packe mein hab und gut zusammen und fahre in richtung ostkueste der coromandel halbinsel. dort warten weitere attraktionen, die cathedral cove und der hot water beach, auf mich.

das sonst so schoene wetter an diesem wochenende schlaegt auf einmal um. im nieselregen laufe ich zur cathedral cove, eine felsgrotte, direkt an der kueste gelegen. sie wurde durch das meer ueber mehrere jahrhunderte in beeindruckender weise geformt. schaaren von touristen laufen vor und hinter mir. mehrere versuche, ein huebsches bild dieser grotte ohne einen fotografierenden touristen miteinzufangen, schlagen fehl. dafuer verewige ich mich ebenso auf den bildern anderer fotografierender.

weiter geht es zum hot water beach. aufgrund unterirdischer, geothermaler aktivitaeten kann man an bestimmten stellen des strandes "warm baden". hierfuer muss man an bestimmten stellen ein loch graben, es mit einer welle aus meerwasser volllaufen lassen, schnell einen wall aus sand bauen um zu verhindern, dass das wasser wieder zuruecklaeuft, und sich reinlegen. auch hier verstehen sich findige geschaeftemacher ihren stueck vom kuchen zu sichern und bieten den verleih ueberteuerter schaufeln schon kilometerweit vor dem parkplatz des strandes an.

ich stelle mich frecherweise kurz in die badewanne eines anderen und verbrenne mir fast den fuss. das gewirr lasse ich noch einige minuten auf mich wirken, dann habe ich die nase voll, da es sowieso zu kalt, windig und regnerisch ist, setze mich wieder ins auto um in das mehrere hundert km entfernte waitomo zu fahren.

es beginnt bereits zu daemmern als ich losfahre, jedoch moechte ich einen grossteil der strecke bereits heute fahren. ein bett in einem hostel reserviere ich erstmal nicht, schliesslich weiss ich ja nicht wie weit ich komme und die abdeckung geeigneter haeuser ist eher schlecht auf der strecke.

gegen 23:00 siegt die muedigkeit und ich fahre in einen kleinen rastplatz am strassenrand. ich habe mich mit meinem schicksal abgefunden, schlage die rueckbank meines kombis um und rolle meinen schlafsack aus. ich liege etwa eine halbe stunde mit offenen augen da und gucke mir die umgebung an. ein mulmiges gefuehl steigt in mir hoch, nur selten faehrt kurz vor mitternacht noch ein auto vorbei. ein altes fabrikgebaeude liegt auf der gegenueberliegenden strassenseite. mich wundert, dass zu dieser spaeten stunde noch licht brennt. ich halte die anspannung nicht lange aus, vor allem nicht nach der geschichte von lisa. meiner erinnerung nach hatte ich einige kilometer zuvor hinweisschilder fuer einen campingplatz gesehen. ich fahre 15 kilometer in die entgegengesetzte richtung und stelle mein auto zwischen zwei zelten ab. hier fuehle ich mich eindeutig besser aufgehoben und lege mich schlafen.

auckland

18./19.11.2005
in auckland moechte ich nicht allzu lange bleiben. ich kehre lediglich zurueck um mir ein auto zu kaufen, da ich es als ziemlich muehsam empfinde mit meinem gepaeck zur bushaltelstelle und wieder zum hostel zu laufen, ganz abgesehen von dem vorteil des permanenten stauraums. mein glueck auf vier raedern halte ich am samstag in den haenden. mit minimaler buerokratie kann ich meinen toyota caldina kombi vom hof fahren. eine versicherung gibt es am wochenende nicht - der mitarbeiter des auto-auktionshauses fluestert mir zu, dass das hier nicht notwendig sei - er fahre schon seit drei jahren ohne versicherung. mit einem etwas flauem gefuehl im m(w)agen wegen meines typisch deutschen versicherungsdenkens und der ermangelung jeglicher fahrpraxis auf der linken fahrbahnseite fahre ich sogleich auf den highway in richtung coromandel halbinsel.

the far north

dienstag, 15.11.05/mittwoch 16.11.05

mit dem bus und meinem neuerworbenen intercity-coach flexipass reise ich weiter in richtung norden nach kaitaia. kaitaia ist ausgangspunkt vieler touren zum "far north". die aupouri halbinsel beherbergt den 90-mile-beach und cape reinga (sprich: cape rienga). ich buche ueber das hostel eine 5std tour "cape runner" fuer 35NZ$. vor dem hostel werden ich und etwa 10 weitere mitreisende am naechsten morgen abgeholt, insgesamt sind wir etwa 40 mann. der busfahrer, zugleich reiseleiter, begruesst uns. er ist maori und spricht angenehm langsam und deutlich durch das mikrofon. auf dem weg erklaert er uns, dass diese gegend vor ca. 40 000 jahren viele kauri-waelder besass, die aus bisher ungeklaerten gruenden dem untergang geweiht waren. in den zahlreichen suempfgegenden werden bis zum heutigen tage durch luftdichte konservierung gut erhaltene baumstuempfe geborgen und zu brauchbaren gegenstaenden verarbeitet. wir stoppen am ancient "kauri kingdom". hier wird eben dieses holz sorgsam weiterverarbeitet und zum verkauf ausgestellt. in der mitte des ausstellungsraums ist eine aus einem einzelnen kauri-baumstamm geschnitzte wendeltreppe. das holz ist verarbeiteten zustand roetlich-braun und fasst sich wunderbar weich an.

wir passieren bei der weiterfahrt einige avocado- und kuerbisplantagen. wir halten an einem stand, an dem man sechs frischgepflueckte avocados fuer NZ$2 erstehen kann, die man in die dafuer vorgesehene aufrichtigkeitsbox wirft. wie wir spaeter alle feststellen, sind allerdings in jeder tuete nur fuenf avocados und wir machen uns ueber unsere blindheit lustig.

nach guten 30 minuten fahrt zeichnet sich am horizont eine weisse silhouette ab. schnee kann das nicht sein, schliesslich sind wir hier im tropischen norden. der fahrer erklaert, dass dies eine sandinsel mit dem zweitfeinsten siliciumsand der welt sei. mit einer barkasse setzen wir ueber und schiessen ein paar fotos. als wir zur rueckfahrt bereit wieder gesammelt auf dem boot sitzen wirft der kapitaen den motor an. er gibt gas, das boot bewegt sich keinen zentimeter, im gegenteil, es graebt sich sogar noch tiefer in den sand. wir muessen alle aussteigen und einige menger hiefen das boot mit vereinten kraeften aus der sandgrube.
mit etwas verspaetung geht es weiter in richtung cape reinga. mir faellt auf, dass jeder dritte laster eine grosse ladung baumstaemme transportiert. und tatsaechlich fahren wir bald an einigen haesslichen ecken vorbei an denen in grossem masse urspruenglicher wald dem erdboden gleich gemacht wird. ich frage mich, wo bei all dem kahlschlag die ganzen tiere, die diesen wald einst bewohnt haben, wohl geblieben sind.

am cape reinga angekommen werfe ich eine postkarte in den einzigen briefkasten weit und breit, laufe mit heerscharen weiterer touristen in richtung leuchtturm. die see unter uns tobt, denn hier treffen unuebersehbar das tasmanische meer und der pazifische ozean aufeinander. wir fahren weiter zum 90-mile-beach der sich westlich entlang der aupouri-halbinsel zieht. wie der strand zu diesem nicht ganz richtigem namen kam, bleibt ungeklaert, denn der 90 mile-beach ist lediglich 90km lang. in der mitte des 90-mile-beaches halten wir an. wir werden aufgefordert mit den fuessen ein loch in den sand zu "twisten". nach wenigen zentimetern spuere ich so etwas wie steine unter den fuessen. es sind essbare muscheln oder auch shellfish in englisch bzw. tuatua in maori genannt. ich bin kein besonderer meeresfruechte-fan. deshalb ueberlasse ich den asiatischen mitreisenden meine ausgrabungen, die sie saeckeweise zum bus zuruecktragen.
am naechsten tag sitze ich wieder im bus in richtung auckland.

downthunder

6 monate abenteuer in neuseeland und australien. am 27.10. geht's los - sei dabei.

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