02] otr 02] neuseeland
28/12/2005
um 7uhr werde ich von einem vorbeifahrenden auto aus dem schlaf gerissen. es ist deutlich zu spaet um jetzt noch mein shuttle zu erreichen. der minimale empfang auf dem campingplatz reicht gerade aus um mich auf den 8uhr-shuttlebus umzubuchen. das ist kein schoener start um einen 7-stunden-track zu laufen. schnell fuelle ich noch 3liter trinwasser in einen trinkbeutel ab, ziehe mich in zwiebeloptik an. der morgen ist recht frisch, verspricht jedoch sehr warm zu werden.
am start des tracks werden wir, mit einer karte ausgestattet, abgesetzt. die karte ist hilfreich, nicht etwa um mir den weg zu weisen denn der ist gut ausgeschildert und ich folge einfach den horden mitwanderer. die karte zeigt mir die steigungen an und sagt mir, wieviel zeit ich von anhaltspunkt 'a' zu anhaltspunkt 'b' einplanen soll, umnicht mein shuttlebus zu verpassen, der am ende des tracks gegen 4-alternativ 5uhr auf mich wartet. zusaetzlich ist zeit fuer essens- und rastzeiten einzuplanen.
die ersten meter sind natuerlich die leichtesten und die motivation hoch, das aendert sich schnell als man bereits am horizont einige wanderer sieht, die sich wie ameisenstrassen einen berg hochbewegen. alle paar meter muss ich am anstieg anhalten um nach luft zu ringen und verfluche mich, dass ich in letzter zeit so wenig sport getrieben habe. umso peinlicher als mich einige kinder im kindergartenalter wie bergziegen links und rechts ueberholen. es ist recht warm und ich beginne meine zwiebelschalen abzupellen. als wir den suedkrater durchqueren ist auch das tussockgras, das vorher die landschaft gepraegt hat, einer steinwueste gewichen.

auf einer hoehe von 1900m (800 meter hoeher als der startpunkt!) ist der hoechste punkt (nicht der gipfel!, weil die wanderung zwischen zwei bergen hindurchfuehrt) erreicht. an den emerald lakes die, wie der name schon sagt, smaragdfarben schimmern, lasse ich mich nieder und bereite mir mein mittagessen zu. doreen, eine junge israelin, die mir beim aufstieg zur seite gestanden hat, leistet mir gesellschaft.
das wetter schlaegt um und ich ziehe mir pullover und jacke ueber. ich schiesse noch einige fotos bevor sich der nebel endgueltig vor meine linse schiebt. die strecke zum blue lake ist sehr angenehm zu laufen. doreen und ich kommen ins gespraech. ueber familie, freunde und feste geht es zum sinn des lebens. damit verkuerzen wir uns den abstieg deutlich. wir durchqueren einen bachlauf und laufen durch graslandschaft, die trotz der wenig vorhandenen sonnenstrahlen golden schimmert. doreen und ich summen "fields of gold". heilfroh erreichen wir eine huette mit toillette. aufgrund der mangelnden unterschlupfmoeglichkeiten auf der stark frequentierten strecke ist eine unentdeckte entleerung schier unmoeglich.
das letzte stueck zieht sich durch regenwald. der weg ist in grossen treppenstufen angelegt und schon bald beschweren sich meine knie ueber die einseitige belastung. das beduerfnis den ausblick auf die umgebung zu geniessen weicht dem drang moeglichst schnell ans ziel zu kommen. mittlerweile regnet es leicht. als ich endlich gegen 5uhr am ziel ankomme, strecke ich alle viere auf der veranda der zielhuette von mir. gerade rechtzeitig angekommen, denn nun faengt es an in stroemen zu regnen. ich verabschiede mich von doreen, steige in meinen shuttlebus ein und werde zu meinem auto zuruecktransportiert. ich fuehle mich ausgehoelt wie eine nussschale, setzte ich mich hinters steuer und blaettere ziellos in meinen prospekten auf der suche nach einer unterkunft. der ort ohakune, weiter suedlich gelegen, scheint dafuer wie geschaffen zu sein.
23scoobydooby - 14. Jan, 18:56
26.12.05
wolfgang, katja, katja und ich haben uns entschieden gemeinsam nach rotorua weiterzureisen. wir checken in einem verrueckten hostel in der innenstadt ein, das liebevoll im thema wilder westen eingerichtet ist. ein zimmer ist angemalt wie ein gefaengnis, ein anderes gestaltet als pferdestall.
rotorua ist das zentrum geothermaler aktivitaeten neuseelands. aus den gullydeckeln wabern stinkende schwefelwolken, an manchen ecken brodelt und zischt es. wir rechnen mit grossem andrang, jetzt wo sich unter die ansteigenden, regulaeren touristenmassen noch einheimische in den winterferien mischen. wir werden positiv ueberrascht, wie leergefegt die strassen doch sind.
nach einem gemeinsamen spaziergang im stadtpark von rotorua laufe ich alleine am lake rotorua spazieren. eine kirche, direkt am ufer gelegen, weckt besonders mein interesse. die eindrucksvollen maori-schnitzereien und holzstatuen entlocken meiner kamera den letzten rest batterie. die graeber auf dem angegliederten friedhof sind ueberirdisch angelegt, wahrscheinlich um die verschiedenen in dem heissen untergrund zu schmorbraten zu verarbeiten. auf dem weg zurueck zum hostel werfe ich das ein oder andere mal einen blick auf meine sohlen um sicherzustellen, dass das gummi bei der unterirdischen strassenwaerme wegschmilzt.
27.12.05
unsere planung fuer heute soll uns zu dem kerosene lake und zu wai-o-tapu wonderland fuehren, alles auf der strecke nach taupo, die wir gemeinsam weiterfahren moechten. beim spaeten fruehstueck werden wir daran erinnert, dass das i-tuepfelchen wai-o-tapus um 10.15h aktiviert wird: der lady knox geysier. es gibt keine zeit zu verlieren; schnell packen wir zusammen und lassen den kerosene creek im wahrsten sinne auf der strecke (sorry katja :-)
verspaetet duesen wir zum ticketschalter, werden um 23$ erleichtert um dann fuer das spektakel in einen anderen teil des parks geleitet zu werden fuer den man keinen eintritt haette zahlen muessen. vor dem parkplatz bilden sich lange schlangen und wir sind besorgt, ob wir es noch bis zur eruption schaffen. vom parkplatzwaechter werden wir beruhigt, man "warte" auf uns. tatsaechlich geht es erst los, als sich die menschenmenge komplett eingefunden hat und eine waschpulverartige substanz in den mini-krater des geysiers geschuettet wird.
nach dem spektakel fahren wir zum eigentlichen park zurueck. in einem rundgang bestaunen wir die naturschoenheiten. vorbei geht es an den "devil's ink pots", den "champagne pools", vorbei an seen, die sich in den wildesten farben praesentieren. schnell fahren wir noch zu einer besichtigung der angrenzenden "mud pools" um dann gemeinsam weiter nach taupo zu fahren.
bei einer portion fish 'n chips besprechen wir die weiteren plaene. ich fuer meine teil habe taupo bereits einige wochen zuvor erkundet und entschliesse mich von meinen netten reisebegleitungen zu trennen. ich entschliesse mich fuer das beliebte "tongariro crossing", eine ein-tages-wanderung zwischen den weiter suedlich gelegenen mt. tongariro und mt. ngauruhoe (mt. doom).
vorsichtshalber kaufe ich noch ein paar lebensmittel ein, da ich nicht weiss, wie es am ausgangspunkt um nahrungsmittel bestellt ist. gegen 19uhr erreiche ich einen zeltplatz in der hoffnung noch einen kleinen platz fuer mein zelt zu finden. vergebens, dieser hier ist bis zum anschlag gefuellt. an einem infohaeuschen erhalte ich den tipp, es an einem sehr simplen, mit plumpsklo und fliessend kaltem wasser, ausgestatten campingplatz des
d.o.c. zu versuchen.
sogleich buche ich am infohaeuschen den shuttlebus fuer 7.15h zum start des tracks und vom ziel wieder zurueck zum parkplatz.
als ich auf dem zeltplatz ankomme daemmert es gerade - zu spaet und muehsam um jetzt noch ein zelt aufzustellen. somit freue ich mich auf eine nacht im auto. bevor das restliche tageslicht versiegt, packe ich schnell meinen rucksack mit dem notwendigsten fuer den kommenden tag.
23scoobydooby - 12. Jan, 21:28
23.12.2005
in tauranga erwarten mich wolfgang und die zwei katjas, die bereits zwei tage zuvor angereist sind. wir freuen uns ueber das wiedersehen und es gibt einige erlebnisse und eindruecke auszutauschen.
24.12.05
heiligabend beginnt wenig weihnachtlich. wir fahren nach te puke, der kiwifrucht-hauptstadt neuseelands. im hiesigen besucherzentrum der kiwizentrale belassen wir es bei einem gang durch den touristenshop, denn 20$ eintritt sind uns eindeutig zu viel um etwas zu betrachten, dass wir (vor allem die zwei katjas) bereits im ueberfluss gesehen haben.
erst am abend kommen wir mit der planung fuer den abend ueberein. die hostelbetreiber laden alle bewohner zum gemeinsamen essen ein. sie stellen den traditionellen schinken und kartoffeln zur verfuegung. alle, die sich mit an die tafel setzen, koennen mit eigenen essenskreationen aufwarten. es wird eine buntgemischte tafel und ein feucht-froehlicher abend.
23scoobydooby - 12. Jan, 20:57
montag, 19.12.2005
june, karina und ich brechen am mittag auf um allen, die noch in den naechsten tagen auf der plantage weiterarbeiten, lebewohl zu sagen. karina faehrt mit june in richtung taupo, ich lenke mein auto in die entgegengesetzte richtung, zum eastcape.
mein reisefuehrer warnt mich nicht zu wenig zeit fuer die kurvigen strassen einzuplanen. in der tat verschaetze ich mich etwas in der zeiteinteilung. gegen 19uhr fahre ich in den kleinen schotterparkplatz des hostels "brian's place" am tokumaru bay. der besitzer ist zu dieser stunde nicht mehr vor ort, kann aber telefonisch erreicht werden. am telefon frage ich brian, ob es einen supermarkt gibt, der um diese uhrzeit noch geoeffnet hat um mir mein abendessen und fruehstueck zu sichern. er fragt mich, was ich dafuer benoetige. etwa 20 minuten spaeter steht brian vor mir mit einem tablett auf dem sich die zutaten fuer einen hamburger stapeln sowie einem paket toastbrot. ich lasse mir den hamburger auf der veranda schmecken. der ausblick, der sich mir auf die etwa 1km entfernte bucht bietet, ist atemberaubend.
dienstag 20.12.2005
bereits am naechsten morgen reise ich ab um weiter in die wildnis und abgeschiedenheit des eastcape vorzustossen. das eastcape wird vorrangig von maori-staemmen bewohnt und ist eine wenig besiedelte gegend in dramatischer landschaft.
die serpentinen ziehen sich entlang einer rauhen steilkueste, der himmel ist zu groessten teil bewoelkt. wenn sich einzelne sonnenstrahlen durch die wolken kaempfen heizt sich das auto sofort von der kraeftigen sommersonne auf. ich bin mir sicher, dass die lebensmittel in meiner kuehltasche saemtliche aggregatzustaende durchlaufen.
ich bin frueh aufgebrochen, denn ich habe zusaetzliche zeit fuer die fahrt zum oestlichsten leuchtturm geplant. hierfuer verlasse ich den highway 35 fuer eine etwa 20 km lange fahrt ueber groesstenteils schotterstrasse. der ausblick ist atemberaubend, auch wenn das wetter schoener sein koennte. staendig muss ich den wagen anhalten und meine kamera mit bildern fuettern.
die nadel der tankanzeige rueckt erschreckend schnell und unproportional der gaehnenden leere entgegen. ich bin mir unsicher, ob ich mein glueck weiter auf die probe stellen soll, zumal ich nicht weiss wie weit die naechste tankstelle ist. die vernunft siegt und so drehe ich meinen wagen, wenige kilometer vor dem ziel und fahre zur naechst groesseren ortschaft wieder zurueck. ich versorge mich in dem einzigen supermarkt, in dem die wenigen lebensmittel wie exponate ausgestellt werden, mit wasser. die kassiererin empfiehlt mir den tank an der gegenueberliegenden zapfsaeule gegen einen laecherlich hohen literpreis aufzufuellen. ein ort weiter gaebe es eine groessere tankstelle, jedoch soll es vorkommen, dass nicht immer benzin verfuegbar sei. mein (ehr)geiz packt mich und ich bin mir sicher, dass ich es noch zur tankstelle in hick's bay schaffe. mit dem letzten tropfen im tank stelle ich mich vor die tankstelle um herauszufinden, dass der benzinpreis unbedeutend geringer ist als an der zapfsaeule in der vorigen ortschaft.
das maraehako bay retreat soll meine heimat fuer die naechsten zwei tage werden. ich fahre den sehr steilen weg zum haus hinunter und hoffe, dass die ausgemergelten bremsen meinen wagen davon abhalten in den ozean zu stuerzen, auf den ich geradewegs zusteuere. das kleine haus bietet unterkuenfte sowie terassen zum entspannen auf verschiedenen ebenen und ist liebevoll dekoriert. blauschimmernde paua-muscheln und alte fliesenstuecke sind in kunstvolle mosaike auf dem boden eingearbeitet. ein kleiner wasserfall ist direkt neben dem haus. haengematten sind ueber dem bachlauf gespannt und am fussende am kuestenfels befestigt. man hoert die glocken eines windspiels und das tosen des meeres, das nur ein paar meter vor dem haus endet.
hamai, der 26jaehrige besitzer ist maori. ihm und seiner familie gehoert die gesamte bucht sowie wald im hinterland. ich habe mir vorgenommen, diese unverdorbene landschaft auf einem pferd zu erkunden und so vereinbart hamai fuer mich eine reitstunde bei seinem cousin, der ebenfalls auf demselben grundstueck lebt.
da ich meine einkaeufe seit der letzten unterkunft immernoch nicht aufgefrischt habe, frage ich nach dem naechsten supermarkt. dieser liegt in te kaha, einem etwa 17km enftfernten ort in richtung westen. mich beunruhigt, dass es keine preisettiketten in dem privat betriebenen supermarkt gibt. und tatsaechlich kostet mich meine kleine tuete mit lebensmitteln stolze 35$.
mittwoch, 21.12.2005
der weg zu hamai's cousin fuehrt mich an dem schwein "pigpig" vorbei, dass laut hamai's aussage zu weihnachten das zeitliche segnen soll.
um 10.30h sattle ich meinen neuen freund "buck". in einer gangart, irgendwas zwischen schritt und trab reiten wir zuerst ein kleines stueck entlang der landstrasse, oeffnen ein tor um in weiteres land der familie vorzudringen.
farnwaelder, berge, baeche und gruene wiesen, soweit das auge reicht. zwischendurch begegnen uns wildpferde mit ihren fohlen. sie schauen uns neugierig hinterher. der "weg" ist abenteuerlich und geht ueber stock und stein, durch die baeche hindurch. ich fuehle mich unverwundbar und lasse einen freudenjuchzer aus.
nachdem wir wieder durch das tor in die realitaet austreteten, reiten wir noch ein paar minuten an einem steinigen strandstueck entlang. mein reisebegleiter warnt mich (absichtlich ?) nicht vor, als wir durch einen bach reiten, der im meer endet. der bach ist ziemlich tief, buck beginnt das schwimmen und ich werde bis zu den knien nass. buck meistert seine aufgabe prima und bekommt zum abschied eine karotte ueberreicht.
nach einem nachmittaeglichen spaziergang im regenschauer und einer warmen dusche bereite ich mein abendessen zu. von deutsch-wellingtoner studenten werde ich spaeter eingeladen an einem barbeque teilzunehmen. martina macht stockbrot und stellt marshmallows zum grillen zur verfuegung. hamai setzt sich mit der gitarre ans feuer und spielt zusammen mit einem der studenten lieder von eric clapton und red hot chili peppers.
donnerstag, 22.12.2005
nach dem auschecken aus diesem kleinen stueck vom paradies fahre ich weiter in richtung westen. steve's beach hut heisst meine charmante unterkunft in opotiki. auf halbem weg nach opotiki faengt mein handy das brummen und piepen an und hoert erstmal nicht auf. die gesammelten sms-nachrichten und anrufe der letzten tage im niemandsland finden per satellit nun auch den weg zu meinem handy. opotiki ist fuer mich zwischenstation bevor ich am morgigen tag in tauranga auf die zwei katjas und wolfgang treffe und mit ihnen weihnachten feiere.
ich verbringe einen netten abend mit den anderen hostelbewohnern. am morgen will ich am strand spazierengehen. dai, ein britisch-japanischer hostelbewohner, begleitet mich. nach einem ausgiebigen fruehstueck fahre ich weiter nach tauranga.
23scoobydooby - 28. Dez, 08:17
samstag, 17.12.2005
mein letztes wochenende auf der plantage verlaeuft turbulent. wir fahren samstagnachmittag nach der arbeit zum strand mit dem selbsterklaerenden namen "ocean beach", etwa 30 min. von hastings entfernt. kurz nachdem wir ankommen wechselt das wetter von sonnig/freundlich in windig und kalt.
am strand treffen wir auf karina und stuart sowie das irische paerchen, mit dem wir in einem team zusammenarbeiten. die beiden sind in ihrem campervan an den strand gefahren. wir alle froesteln, moechten aber noch verweilen und plaene fuer den abend schmieden. die iren, deeirdre und nicky, packen decken aus in die wir uns einkuscheln, deeirdre schenkt warmen kaffee und tee aus, den sie gerade auf dem gasherd im campervan gezaubert hat. wir entscheiden uns am abend auszugehen und die lokalen pubs unsicher zu machen.
da karina, june und ich die plantage an diesem wochenende verlassen, bereiten sarah und june zum abschied ein abendessen zu. june macht leckeres sushi, sarah einen zur perfektion gebackenen "self-rising pudding" (brownie), den wir mit hokey-pokey-eiscreme in windeseile vernichten. karina, stuart, dee, nicky und ich verlassen die internationale gemeinschaft gerade als die stimmung am hoehepunkt ist, denn ein mitbewohner packt seine gitarre aus und alle singen und klatschen mit.
karina, stuart und ich nehmen hinten im campervan platz. nicky und dee fahren uns zu insgesamt drei pubs - bis zur sperrstunde, die schon bei 2.30h liegt. dee und nicky moechten den abend noch nicht ausklingen lassen und fahren so in einem ueberraschungsmoment zum naechstgelegenen berg, dem mitre peak. von hier kann man einen atemberaubenden blick auf die gesamte hawke's bay geniessen, wenn man nicht, so wie wir, im absoluten nebel steht. in den fruehen morgenstunden fahren wir wieder zu unserer mr. apple-plantage, setzen uns in den gemeinschaftsraum und reden, trinken und lachen in den sonntagvormittag hinein.
sonntag, 18.12.2005
als ich am sonntagmittag erwache ist mein kater auf dem hoehepunkt. eigentlich will ich heute in richtung eastcape aufbrechen. meines wissens dauert die fahrt 3-5 stunden und ich habe, im wahrsten sinne des wortes, meine zelte noch nicht abgerissen. daher aendere ich als erstes meine hostelreservierung und entscheide mich noch eine weitere nacht zu bleiben.
23scoobydooby - 28. Dez, 07:50
hallo meine daheimgebliebenen und globetrotter!
vielen dank fuer die netten sms und anrufe auf meinem handy sowie die e-mails in den letzten tagen. viel davon habe ich broeckchenweise erhalten, weil ich mich einige tage am eastcape ("middle of nowhere" auf der nordinsel) aufhielt und dort von der aussenwelt abgeschnitten war. mittlerweile bin ich in tauranga, bay of plenty, in ausreichender zivilisation angekommen. hier bin ich wieder mit katja & katja sowie wolfgang zusammengetroffen. unsere plaene fuer den heutigen heiligen abend sind noch nicht ganz ausgereift, zur auswahl stehen ein picknick auf dem hiesigen, fast zu beliebten berg mit ausblick auf die bay of plenty oder ein ueppiges essen mit ham und kartoffeln im hostel mit anschliessender fahrt zum strand. das wetter koennte schoener sein. es sind windige und zeitweise sonnige 20 grad.
auf diesem wege moechte ich mich auch fuer die lieben eintraege im gaestebuch bedanken. leider bleibt es mir mangels ausreichend technischer kenntnisse verwaehrt direkt auf die eintraege zu antworten. in den naechsten tagen werde ich einige berichte zu meiner route und erlebnissen nachreichen.
ich wuensche euch ein gesegnetes weihnachtsfest im kreise eurer lieben!
alles gute und bon voyage!
23scoobydooby - 23. Dez, 11:17
nun bin ich schon fast zwei wochen in hastings. die tage sind zu lang als das ich noch alle geschehnisse der letzten tage rekapitulieren koennte, aber ich versuche es bestmoeglich.
mein erster arbeitgeber entpuppte sich als reinfall, da ich akkord-arbeiten sollte, damit aber einen hungerlohn verdient habe. der zweiten job fand sich fuer mich, indem ein "contractor" (vermittelt arbeitskraefte an plantagenbetreiber) in unser hostel kam und mich und weitere hostelbewohner zur arbeit "ueberredete". zuerst wurden wir auf stundenbasis bezahlt, zwei tage spaeter sollten wir auf akkord umgestellt werden.
zwischendurch ist mein versuch aus meinem hostel in hastings (aufgrund mangelnder naechtlicher ruhe) zu entkommen fehlgeschlagen. auf halbem wege begann das auto fuerchterlich zu eiern. wiedermal musste ich den neuseelaendischen adac in anspruch nehmen, der mich an den ort der unruhe wieder zurueckbrachte. ein ring innerhalb des rades sei abgebrochen, die reparatur kostet mich mehr als ich in den ersten arbeitstagen einnehme.
den akkordpreis pro baum erfuhren wir dann erst am dritten tag selbst: 0.90 NZ$. ich und drei weitere arbeiter die derzeit in napier, eine halbe stunde von hastings entfernt in einem hostel wohnen, probieren das ganze fuer etwa eine stunde aus bis wir aufgeben. mit karina (30 jahre aus deutschland), stuart (21 jahre aus australien) und june (28 aus china, hk) verstehe ich mich ganz gut. ich ziehe zu ihnen ins hostel nach napier um. dort sitzen wir vier arbeitslosen und beraten uns. june greift zum telefonbuch und zeigt auf den eintrag von "mr. apple". ich rufe an und wir sollen noch am selben tag vorbeikommen um uns zu orientieren. wie auch bei den beiden vorigen jobs geht es hierbei um das ausduennen der apfelbaeume.
wir fuellen einige formulare aus und haben am selben tag, an dem wir einen anderen job verloren haben, wieder einen neuen. der arbeitstag beginnt bereits um 7uhr und endet zwischen 16 und 17uhr. alles scheint sehr fair zu sein. bei der fahrtzeit von einer halben stunde muessen wir allerdings jeden morgen bereits um 5.45uhr aufstehen. wir entscheiden uns, gemeinsam mit sarah, die ebenfalls auf jobsuche war und im napierer hostel auf uns traf, in die unterkunft auf der plantage umzuziehen. seit samstag wohnen wir nun mitten innerhalb einer riesigen apfelplantage. ich habe mir mittlerweile mein eigenes zelt zugelegt. das ist noch preiswerter als die unterkunft im haus und es sind 'meine eigenen vier waende'. ausser uns gibt es etwa 20-25 weitere bewohner aus u.a. tschechien, irland, indonesien und neuseeland die sich auf das haus, zelte und caravans verteilen. das leben ist locker, jeder ist fuer sich und doch nicht allein. man teilt sich das abendessen, grillt gemeinsam, gibt eine flasche wein aus und faehrt zusammen an den strand.
die arbeitsmotivation ist tagesabhaengig. eine reihe besteht aus ca. 150 apfelbaeumen, groesstenteils "pink ladies". wenn wir eine reihe beenden wird uns der preis pro baum fuer die naechste reihe mitgeteilt, der manchmal viel zu niedrig, manchmal deutlich zu hoch ist (ist abhaengig von der anzahl der aepfel an einem musterbaum der reihe). nachts ahme ich die bewegung des ausduennens nach, wenn ich meine augen schliesse sehe ich nur aeste. anfangs achteten wir noch darauf, alles richtig und huebsch zu erledigen. mittlerweile reissen wir die aepfel aesteweise von den baeumen. wir bewerfen uns gegenseitig mit aepfeln, sie finden sich in den unterkuenften, autos und in den kleidungsstuecken wieder. wir bilden turbane aus langaermeligen t-shirts um uns gegen die sengende sonne zu schuetzen. in die baumreihen dringt kein kuehlendes lueftchen.
manchmal droht uns das wetter einen strich durch die rechnung zu machen. bei starkem regen duerfen/sollen wir gar nicht arbeiten.
die arbeit hat neben der bezahlung auch andere gute sachen fuer sich, meine hoehenangst ist fast bewaeltigt: auf der leiter bewege ich mich wie eine ballerina. und spinnen sind meine neuen freunde :-) aepfel stehen allerdings vorerst nicht mehr auf meinem speiseplan...
23scoobydooby - 7. Dez, 16:59
montag, 21.11.2005
die nacht ist etwas unruhig, groessere regenschauer, mangelnde bequemlichkeit und eine nervige muecke reissen mich einige male aus dem schlaf. um 6 uhr klingelt mein wecker. ich putze mir meine zaehne im bad der campinganlage und mache mich unbemerkt vondannen.
waitomo ist ein kleiner ort im westen der nordinsel. waitomo allein ist wohl kaum einen besuch wert, gaebe es nicht die waitomo caves. diese hoehlen sind noch heute im besitz der nachfahren der einstigen besitzer. im laufe der zeit hat sich regenwasser durch die kalksteinhoehlen gebohrt. eigenartige und einzigartige farbige formationen waren die folge. wir sind die erste gruppe an diesem tag, die durch die gaenge gefuehrt wird. das hat den vorteil, die schoenheit dieser hoehle vor dem eintreffen der besuchermassen ungestoert geniessen zu koennen.
unser weg wird gesaeumt von stalagmiten und stalagtiten, die uns einmal als von der decke haengender kiwi, mal als einbeiniger elefant verkauft werden. wir steigen in ein boot ein. unsere fuehrerin steht wie ein venezianischer gondoliere am bug und navigiert uns an einem seil durch die dunkelheit. ueber uns breitet sich ein gruen-blau schimmernder sternenhimmel aus. durch das leuchten locken die gluehwuermchen ihre beute an, fangen sie an klebrigen schnueren die sie zuvor gesponnen haben und verzehren sie. wenn die gluehwuermchen angeleuchtet werden, stellen sie ihr eigenes leuchten ein.
da es einige stunden dauert, bis sie ihren "leuchtmotor" wieder angeworfen haben und somit in die chancen auf beute deutlich sinken, ist das filmen und fotographieren strengstens untersagt. das schauspiel ist beeindruckend, jedoch die bootsfahrt, vor allem fuer den eintritt von $30, enttaeuschend kurz.
ich laufe zum auto zurueck. als ich den schluessel im zuendschloss umdrehe passiert nichts. ich checke alles und versuche mein glueck erneut. nichts tut sich. mein blick schweift auf den hebel fuer das licht am lenkrad und in der tat: ich habe mein licht brennen lassen.
um mich herum sind lauter mietwagen. ich bezweifle, dass diese serienmaessig mit ueberbrueckungskabeln ausgestattet sind. von der auskunft besorge ich mir die telefonnummer vom aa, dem neuseelaendischen adac. meine mitgliedschaft im deutschen adac wird kostenlos fuer die dauer von sechs monate auf den aa uebertragen. ich stelle mein glueck nicht weiter auf die probe und widme den naechsten anruf einer versicherung. eine gute stunde spaeter haelt ein werkstattwagen vor meinem auto.
ich fahre weiter oestlich in richtung taupo.
taupo liegt am gleichnamigen see, dessen groesse mit der flaeche singapurs mithalten kann. interessant sind hier der malerische ausblick auf mt. tongariro, mt. ngauruhoe (besser bekannt als mt. doom) und mt. ruapehu sowie das reichhaltige angebot an freizeitaktivitaeten und risikosportarten. taupo ist ebenfalls voller "hot spots": geothermaler aktivitaeten, die allerdings nicht ganz so zahlreich und eindrucksvoll wie in dem dafuer bekannten rotorua sind. ich habe nicht viel zeit uebrig fuer taupo, deshalb buche eine tour fuer den naechsten tag, die mir die sehenswuerdigkeiten taupos in kuerze naeherbringen soll.
dienstag, 22.11.2005
um 9.20h werde ich abgeholt. ron, unser neuseelaendischer reiseleiter, faehrt unsere 3-mann-starke truppe in dem verhaeltnismaessig grossen bus bequem zu allen sehenswuerdigkeiten, wie die
huka falls,
craters of the moon, und dem aratiatia damm, der fuer die touristen dreimal taeglich geoeffnet wird. mir ist das ganze zu organisiert und starr, mich aergert, dass ich fuer etwas das ich leicht selbst haette erlaufen koennen 45$ bezahlt habe. von rons erklaerungen bekomme ich nur wenig mit, denn er vernuschelt, ganz nach neuseelaendischer manier, saemtliche vokale. nach ca. drei stunden werde ich vor der haustuer meines hostels abgesetzt. ich setze mich in mein auto, meine sachen hatte ich bereits am morgen gepackt und fahre los. ich habe ein schlechtes gewissen, da ich mangels internet nur schwer ueber meine ausgaben ueberblick habe, mir schwant nichts gutes. eigentlich will ich nach rotorua weiterfahren, entschliesse mich aber kurzfristig in die entgegengesetzte richtung nach hastings (region hawke's bay) zu fahren. hawkes bay ist ein fruchtbares stueck land im suedosten der nordinsel und meines wissens nach der groesste arbeitgeber in sachen fruitgrowing in neuseeland. somit entscheide ich mich erstmal meine reisekasse aufzubessern. bereits von coromandel habe ich mir telefonnummern von plantagenbetreibern geben lassen. sie geben mir zwei optionen: erdbeerpfluecken und apple thinning. thinning ("ausduennen") soll der mercedes der fruitpicking-jobs sein. die hochgezuechteten apfelbaeume bringen mehr aepfel als noetig pro ast hervor. das hat zur folge, dass aeste durch das gewicht der heranwachsenden aepfel abbrechen, aepfel aufgrund mangelnden sonnenlichts nicht richtig wachsen koennen oder verbreitung von unerwuenschter krankheiten. um der sache kostenguenstig auf die spruenge zu helfen wird meist zuvor "thinning spray" eingesetzt, um nachzuegler in der bluetezeit absterben zu lassen. die nur murmelgrossen aepfel fallen dann selbst zu boden. den rest muss der thinner, also wir, erledigen. ich soll am naechsten morgen um 7.30h auf der plantage sein.
23scoobydooby - 27. Nov, 18:10
19.11.2005
die coromandel halbinsel beherbergt den gleichnamigen ort, den ich zu erkunden suche. die strasse fuehrt ein ganzes stueck an der kueste entlang. immer wieder ziehen autos urploetzlich in die haltebuchten am strassenrand um mit fotoapparaten bewappnete touristen auszuspucken. das wetter ist fabelhaft und die gegend in der tat: picture perfect! auch ich stelle meinen wagen an einem kuestenstueck kurz nach dem oertchen thames ab. ich ziehe meine schuhe aus und laufe uber groessere steine und sandstrand zum meer. ich bin ueberwaeltigt von dem panorama aber vor allem von dem grossen kuchen namens freiheit der sich mir bietet, und ich nehme mir gerade das schoenste stueck davon.
coromandel hat einen gewissen goldgraebercharme. die geschaefte entlang der hauptstrasse sehen aus wie die kulisse eines hollywood-westerns. ich suche mir ein hostel aus meinem reisefuehrer aus. ich biege in den schotter-parkplatz der "tui-lodge" ein und bin ich mir bereits sicher, dass es mir hier gefallen wird. ich bin sehr froh, dass die besitzerin meine frage nach einem freien bett bejaht.
die einzelnen zimmer, die wie kabinen nach aussen begehbar sind, werden eingerahmt von einem sehr gepflegtem garten mit trampolin, gartenmoebeln aus holz und einer haengematte, die zwischen zwei baeumen aufgespannt ist. zu meinem wohlbefinden traegt sehr bei, dass waeschewaschen, tee und fahrradleihe kostenlos sind. in meinem zimmer sind zwei andere betten besetzt. mit sue und cathy komme ich sehr schnell ins gespraech. sue ist gerade am ende ihrer reise angekommen, sie ist entgegen dem strom von sueden nach norden gereist und reist bereits morgen ab. cathy ist gebuertige englaendern, jedoch inmitten des britisch-australischen (im)migrationsprozesses, und gerade in coromandel um ein 25km-rennen am folgetag zu bestreiten. sie muss frueh ins bett um am naechsten tag fit zu sein. ich fahre mit sue in die stadt, wir holen uns eine flasche weisswein die wir zum abendessen im garten geniessen.
20.11.2005
ich entscheide mich spontan eine weitere nacht zu bleiben. am morgen schnappe ich mir ein rad und fahre in richtung strand. auf halbem wege zieht ein hinweisschild fuer einen track seine aufmerksamkeit auf sich. ich kette das rad an und mache mich auf den mit einer stunde angesetzten pfad auf den weg. der weg fuehrt auf einen berg auf dem ich einen wunderschoenen ausblick auf coromandel und die einzelnen buchten habe.
nach einem schnellen mittagessen setze ich mich in den garten und geniesse die sonne. lisa, eine weitere mitbewohnerin, kommt spaeter auch mit dem rad vorbei. sie campt im garten ist ende vierzig und wir kommen ins gespraech. die reise durch neuseeland ist ihre erste reise seit einigen jahren. nach einigen momenten des zoegerns erzaehlt sie mir ihre geschichte.
waehrend einer thailand-reise vor einigen jahren brach sie mit einer deutschen mitreisenden, die sie wenige stunden vorher kennenlernte, zu einer morgendlichen wanderung im dschungel auf. unterwegs trafen sie auf einen thailaender, der ihnen eine frucht anbietet. sie schmeckt sehr bitter, sie moechten allerdings nicht unhoeflich erscheinen und werfen sie erst nachdem sie sich dankend verabschieden ungegessen weg. wenige meter spaeter taucht derselbe mann urploetzlich aus dem gebuesch wieder auf, faellt sie an und zwingt sie mit waffen seinen befehlen zu gehorchen. er fuegt ihnen schwere wunden zu, sowohl physisch als auch psychisch. schreien hilft nichts, denn sie sind mitten im urwald. bevor lisa komplett aufgrund ihrer verletzungen das bewusstsein verliert rafft sie sich auf und laeuft zum naechsten dorf um hilfe zu holen. sie und ihre bekannte lagen daraufhin mehrere wochen im krankenhaus.
fuer lisa war es so schlimm, gerade in der umgebung die ihr sonst soviel sicherheit und zuflucht verhiess, der freien natur, auf derart brutale weise ueberfallen und dieser sicherheit beraubt zu werden. diese ist ihre erste reise seit dieser tragoedie ins ausland. sie hat sich entschieden wieder auf das pferd aufzusteigen, dass sie abgeworfen hat. der taeter wurde uebrigens gefasst und sitzt seine strafe in einem thailaendischen gefaengnis ab. ich bewundere lisa fuer ihre tapferkeit mit dieser vergangenheit umzugehen und habe hochachtung fuer ihren neugewonnen lebensmut.
ich bekomme langsam eine ahnung davon, dass nicht die orte und sehenswuerdigkeiten die reise wert sind, sondern und vor allem die menschen und deren geschichten denen man unterwegs begegnet.
sonntag, 20.11.2005
nur ungern verlasse ich das hostel, in dem ich mich bisher am wohlsten gefuehlt habe. ich packe mein hab und gut zusammen und fahre in richtung ostkueste der coromandel halbinsel. dort warten weitere attraktionen, die cathedral cove und der hot water beach, auf mich.
das sonst so schoene wetter an diesem wochenende schlaegt auf einmal um. im nieselregen laufe ich zur cathedral cove, eine felsgrotte, direkt an der kueste gelegen. sie wurde durch das meer ueber mehrere jahrhunderte in beeindruckender weise geformt. schaaren von touristen laufen vor und hinter mir. mehrere versuche, ein huebsches bild dieser grotte ohne einen fotografierenden touristen miteinzufangen, schlagen fehl. dafuer verewige ich mich ebenso auf den bildern anderer fotografierender.
weiter geht es zum hot water beach. aufgrund unterirdischer, geothermaler aktivitaeten kann man an bestimmten stellen des strandes "warm baden". hierfuer muss man an bestimmten stellen ein loch graben, es mit einer welle aus meerwasser volllaufen lassen, schnell einen wall aus sand bauen um zu verhindern, dass das wasser wieder zuruecklaeuft, und sich reinlegen. auch hier verstehen sich findige geschaeftemacher ihren stueck vom kuchen zu sichern und bieten den verleih ueberteuerter schaufeln schon kilometerweit vor dem parkplatz des strandes an.
ich stelle mich frecherweise kurz in die badewanne eines anderen und verbrenne mir fast den fuss. das gewirr lasse ich noch einige minuten auf mich wirken, dann habe ich die nase voll, da es sowieso zu kalt, windig und regnerisch ist, setze mich wieder ins auto um in das mehrere hundert km entfernte waitomo zu fahren.
es beginnt bereits zu daemmern als ich losfahre, jedoch moechte ich einen grossteil der strecke bereits heute fahren. ein bett in einem hostel reserviere ich erstmal nicht, schliesslich weiss ich ja nicht wie weit ich komme und die abdeckung geeigneter haeuser ist eher schlecht auf der strecke.
gegen 23:00 siegt die muedigkeit und ich fahre in einen kleinen rastplatz am strassenrand. ich habe mich mit meinem schicksal abgefunden, schlage die rueckbank meines kombis um und rolle meinen schlafsack aus. ich liege etwa eine halbe stunde mit offenen augen da und gucke mir die umgebung an. ein mulmiges gefuehl steigt in mir hoch, nur selten faehrt kurz vor mitternacht noch ein auto vorbei. ein altes fabrikgebaeude liegt auf der gegenueberliegenden strassenseite. mich wundert, dass zu dieser spaeten stunde noch licht brennt. ich halte die anspannung nicht lange aus, vor allem nicht nach der geschichte von lisa. meiner erinnerung nach hatte ich einige kilometer zuvor hinweisschilder fuer einen campingplatz gesehen. ich fahre 15 kilometer in die entgegengesetzte richtung und stelle mein auto zwischen zwei zelten ab. hier fuehle ich mich eindeutig besser aufgehoben und lege mich schlafen.
23scoobydooby - 23. Nov, 19:33
katja I, II, wolfgang und ich nehmen die 14:00h-faehre nach waiheke island. am faehrterminal angekommen erkundigen wir uns am informationsschalter nach dem richtigen bus. dort wo wir hinmoechten gibt es allerdings weit und breit keine bushaltestelle. etwas ratlos stehen wir herum als uns jemand anspricht. er stellt sich uns als darren, unser gastgeber, vor. wolfgang ist nicht auf den mund gefallen und fragt kurzerhand ob er mit-wwoofen darf, was kein problem ist.
wir fahren durch weinberge, schafherden und huegelige landschaft zu darren's haus. darren ist ein lockerer typ. seine familie besteht aus laura und jala (sprich: dschala) sowie momentan der schwiegermutter, janet, die ihre tochter besucht. darren und laura verdienen ihren lebensunterhalt damit, marrokanische zelte sowie deren dekoration fuer festivitaeten zur verfuegung zu stellen. laura ist mit leib und seele koechin und widmet sich dem catering. die familie lebt nach einfachen prinzipien. sie sind ueberzeugte umweltschuetzer und biobauern. es gibt viele kleine beete um das haus mit kuechenkraeutern, blumen sowie pflanzen, die die feinde der nutzpflanzen auf natuerliche art und weise fernhalten. das haus ist komplett vom aeusseren stromnetz abgeschnitten. saemtliche elektrizitaet wird durch solarzellen auf dem hausdach erzeugt, im notfall greift ein generator. das trinkwasser wird ueber das regenwasser gewonnen, gefiltert und aus dem keller hochgepumpt. darren macht relativ schnell klar, dass wir sehr sparsam mit den ressourcen umgehen muessen. mit dem spruch "if it's yellow it's mellow, if it's brown flush it down" bittet er uns beim toilettengang wasser einzusparen.
am ankunftsabend ist darren noch mit uns allein, da der rest der familie erst am naechsten tag von einem urlaub zurueckkehrt. wir steigen auf den mount manganui (lt. darren bedeutet das "grosser berg" in maori) dessen grossteil zum 8.8 ha grossen grundstueck der familie gehoert. unterwegs treffen wir auf die zwei esel, die mit dem grundstueck erstanden wurden. zwischendurch erklaert uns darren viel zu den pflanzen auf die wir unterwegs treffen. unkraeuter wie disteln und eine art tabakpflanze sollen wir an der wurzel herausreissen und zum trocknen in die sonne legen, da zumindest die getrockneten disteln noch eine delikatesse fuer die esel seien. am gipfel angekommen haben wir einen 360grad-blick auf die gesamte insel und umliegende ortschaften, koennen sogar den skytower aucklands am horizont erkennen. die sonne geht gerade unter und faerbt die wenigen wolken in den schoensten rottoenen. zum abschluss trinkt darren mit uns einen wein und legt psychedelisch-arabische musik auf. wir koennen in dieser nacht noch im haus schlafen, muessen aber am naechsten tag in ein zelt umziehen.
unsere aufgaben umfassen zum grossteil unkraut rupfen, beete nach den
permaculture-grundsaetzen anlegen, diese mit mulch neu aufbereiten, huehner fuettern und zelte zum trocknen auslegen. genauso wird unsere mithilfe im haushalt erwartet. wir helfen mit vereinten kraeften und werden mit koestlichen mahlzeiten, netten gastgebern und einer unbeschreiblichen landschaft belohnt.
wie ungewohnt wirkt die grossstadt doch auf uns, als wir am freitag nach auckland zurueckkehren. einige schmerzhafte andenken haben wir mitgenommen: unzaehlige muecken- und sandfly-stiche, die uns wahrscheinlich noch einige zeit an unseren ersten wwoof-aufenthalt in neuseeland erinnern werden.
23scoobydooby - 10. Nov, 18:43